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Interview: Das E-Grocery-Potenzial in Deutschland

Interview: Das E-Grocery-Potenzial in Deutschland

„Es gilt, schnelle und energieeffiziente Lösungen für die Frischelogistik zu realisieren“

Seit 2015 ist Rainer Joost beim japanischen Material-Handling-Experten DAIFUKU als Business Manager für das Projektgeschäft in Kontinentaleuropa verantwortlich. Im Interview erläutert der Diplom-Ingenieur, wie die E-Grocery-Branche das Einkaufserlebnis von morgen verändert und vor welchen branchenspezifischen Herausforderungen Online-Lebensmittelhändler in Deutschland stehen.

Daifuku Lager Rollband

Herr Joost, der Lebensmittelhandel ist eine traditionell schwierige Branche wegen niedriger Margen, hoher Fixkosten und verderblicher Produkte, die einer differenzierten Handhabung bedürfen. Inwiefern hat E-Grocery innerhalb und außerhalb Deutschlands bereits den Markt beeinflusst und zum Umdenken im klassischen Lebensmittelgeschäft angeregt?

Rainer Joost: In Deutschland gibt es bereits einige Unternehmen, die Lebensmittel über den Online-Handel an ihre Endverbraucher vermitteln. Allerdings besteht bei einem Großteil der Menschen noch eine sehr große Skepsis, was die Vereinbarkeit von Frische und dem E-Grocery-Konzept angeht. Die Gewohnheit, Obst und Gemüse auch im Internet zu bestellen, ist hierzulande einfach noch nicht so sehr ausgeprägt. Da sind uns andere Länder wie zum Beispiel Großbritannien deutlich voraus. Trotzdem bin ich mir sicher, dass der Online-Handel mit Lebensmitteln stetig an Bedeutung gewinnen wird. In unserer schnelllebigen Zeit ist es schließlich eine enorme Erleichterung, den Einkauf für das Abendessen am Smartphone zu erledigen und die Waren nach Hause geliefert zu bekommen.

Was sind Ihrer Meinung nach die wesentlichen Herausforderungen der Intralogistikbranche in diesem Zusammenhang?

Rainer Joost: Für ein positives Kundenerlebnis ist zunächst der effiziente Materialfluss eine Grundvoraussetzung. Insbesondere das saubere, vorsichtige und zugleich schnelle Handling von frischen und leicht verderblichen Waren ist eine große Herausforderung für die Intralogistik. Aufträge kommen oft kleinteilig rein, gleichzeitig ist das Versandaufkommen höher und die Lieferungen müssen zeitnah erfolgen. Logistikanlagen für die E-Grocery-Branche sollten zudem energieeffizient arbeiten und eine hohe Ausfallsicherheit garantieren. Temperaturgeführte Lager stellen dabei spezielle Anforderungen an die Mechanik, Elektronik und Steuerungstechnik der Lagersysteme. Auch die Skalierbarkeit eines Lagers ist eine besondere Herausforderung, die jedoch im schnelllebigen Wandel durch die Digitalisierung unabdingbar ist. Die Arbeitsplätze für Mitarbeiter sollten zudem stets ergonomisch gestaltet werden.

Inwieweit müssen Anbieter direkt auf die Endverbraucher zugehen, damit das E-Grocery auch in Deutschland eine nachhaltige Chance hat?

Rainer Joost: Für den Anfang sehen wir eine Kombination des stationären Handels mit dem Online-Lebensmittelhandel. Möglich sind dabei Konzepte, bei denen eine online getätigte Bestellung vor Ort im Supermarkt abgeholt wird. Einher geht das Ganze stets mit einem gut durchdachten Ablauf zwischen Lager, Einzelhandel und Versandabteilung. Insgesamt gilt es, die Kosten in der Logistik zu reduzieren, um eine attraktive Alternative zum regulären Handel zu bieten. Gleichzeitig sollte unnötiger Verpackungsmüll vermieden werden, um Verbrauchern eine umweltschonende Lösung bereitzustellen.

Inwiefern hat sich DAIFUKU schon auf den E-Grocery-Trend eingestellt?

Rainer Joost: Schon seit vielen Jahren beschäftigen wir uns weltweit mit den Herausforderungen der E-Grocery-Branche. Wir konnten daher bereits sehr früh Lösungskompetenzen aufbauen und Bewährtes mit neuen Anforderungen verknüpfen. Konzentriert haben wir uns dabei auf individuelle Lösungskonzepte für Kunden. Wir sehen eine maßgeschneiderte Intralogistik als das A und O für den Lebensmittelhandel. Aus diesem Grund passen wir unsere Anlagen stets an die Bedürfnisse unserer Kunden an: Bei einem Anbieter mag eine Vollautomation die richtige Lösung sein, ein anderer wiederum benötigt aufgrund seiner Anforderungen vielleicht nur ein teilautomatisiertes Lager mit einer manuellen Kommissionierung. Hierbei kommt es schlicht und einfach darauf an, welches Ergebnis am Ende im Vordergrund stehen soll.

Wie setzt sich DAIFUKU hier vom Wettbewerb ab?

Rainer Joost: Durch die Internationalität von DAIFUKU besitzen wir einen großen Vorsprung, was das Handling von Lebensmitteln im Versandhandel angeht. Länder wie Asien, die USA oder Großbritannien sind bereits sehr viel weiter als Deutschland. Die Erfahrungen auf diesen Märkten können wir an unsere Kunden in Deutschland weitergeben. Auf internationaler Ebene haben wir daher bereits diverse Intralogistikprojekte für Online-Supermärkte oder Lebensmittelversandhäuser durchgeführt. Dabei geht es vor allem darum, die Lageranlagen effizient aufeinander abzustimmen und eine maximale Verfügbarkeit zu gewährleisten. Gleichzeitig müssen Prozesse im Materialfluss so aufeinander abgestimmt sein, dass eine schnellstmögliche Auslieferung der Lebensmittel an Kunden durchgeführt werden kann.

E Grocery Trend
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Autor

Rainer Joost
Business Development Manager

Rainer Joost ist als Business Development Manager Sales für das Projektgeschäft in Kontinentaleuropa verantwortlich. Im Interview erklärt er, wie der E-Grocery-Sektor das Einkaufserlebnis von morgen verändert.

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